Was dich erwartet
Ordet gehört zu den strengsten Auseinandersetzungen des Kinos mit dem Glauben. Carl Th. Dreyer inszeniert Konflikte zwischen einer Bauernfamilie, einer Glaubensgemeinschaft, der Medizin, dem Agnostizismus und Johannes, der sich für Jesus hält. Lange Einstellungen und bedachte Kamerabewegungen geben Gesprächen körperlich spürbare Dauer, während die schlichten Räume jeden Eintritt und Positionswechsel bedeutsam machen. Der Film reduziert Glauben nicht auf Lehre und Unglauben nicht auf Versagen. Er prüft, was beide angesichts von Liebe, seelischem Leiden, Geburt und Tod anbieten können. Sein Schluss ist berühmt, weil Dreyer die Aufmerksamkeit selbst wie eine geistige Übung erfahrbar gemacht hat.
Tipps für den Einstieg
Das Tempo ist langsam, und die Glaubensgespräche wollen durchlebt statt schnell aufgelöst werden. Achte darauf, wie Menschen zu Türen, Betten und zueinander stehen. Dreyers Kamera bewegt sich sparsam, aber gezielt. Zu wissen, dass sich der Film einem Wunder nähert, nimmt ihm nicht seine Kraft: Die Vorbereitung ist das Erlebnis.
Gut zu wissen
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Die Räume sind still, aber nie leer. Dreyer lässt Glauben, Zweifel, Medizin und Trauer denselben Raum einnehmen, ohne eines davon vorschnell abzutun. Am Ende ist das Schauen zu einer Form des Wartens geworden und das Warten zu einer Form der Fürsorge.
— Momo
Mitwirkende und Fassungen
- Besetzung
- Henrik Malberg — Morten Borgen · Emil Hass Christensen — Mikkel · Preben Lerdorff Rye — Johannes · Cay Kristiansen — Anders
- Drehbuch
- Carl Th. Dreyer
- Produktion
- Tage Nielsen · Palladium
- Kamera
- Henning Bendtsen
Fassungsübersicht
Quellen zu den Filmdaten
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